Zero-Getränke & dein Training: helfen Light-Drinks beim Abnehmen?
Cola Zero, Rivella Zero, zuckerfreie Energydrinks: ein ehrlicher, unaufgeregter Blick auf Zero-Getränke für Menschen, die trainieren — Süssstoffe, Fettabbau, Gluscht und eine einfache Regel für den Laden.

Cola Zero, Rivella Zero, Pepsi Max, zuckerfreier Eistee, Red Bull Zero — das „Zero"-Regal wächst, und wenn du trainierst und aufs Gewicht schaust, ist der Reiz klar: der Geschmack eines Softdrinks ohne Zucker und ohne Kalorien. Aber ist das ein Gratis-Deal — oder ein Haken, der als gesunde Wahl verkauft wird?
Das ist ein ehrlicher, unaufgeregter Blick auf Zero-Getränke für Menschen, die trainieren. Wir wollen dir keine Panikgeschichte über Süssstoffe verkaufen — und wir tun auch nicht so, als wäre eine Cola Zero ein Gesundheitsgetränk. Wir trennen, was die Studienlage wirklich sagt, von den Mythen auf beiden Seiten — und geben dir eine einfache Regel für den Laden.
Kurz vorab: Für die meisten, die trainieren, sind Zero-Getränke ein nützliches Hilfsmittel, kein Gesundheitsdrink. Als Ersatz für zuckerhaltige Softdrinks helfen sie beim Abnehmen wirklich. Als zusätzliche Gewohnheit obendrauf bringen sie wenig und können Lust auf Süsses und Zahnabrieb fördern. Wasser bleibt die Basis; ein Zero-Getränk ist die bessere zweite Wahl, nicht die erste.
Was „Zero" wirklich bedeutet
Ein „Zero"- oder „Light"-Getränk ersetzt den Zucker durch kalorienfreie Süssstoffe — meist Aspartam, Sucralose, Acesulfam-K oder Steviolglycoside (Stevia), oft im Gemisch. Heraus kommt ein Getränk, das süss schmeckt, aber praktisch null Kalorien und null Zucker hat.
So weit ist das echt und gehört klar gesagt: Eine Cola Zero hat quasi keine Kalorien, während eine normale Cola rund 35–40 g Zucker und 140–150 kcal mitbringt. Über einen Tag mit zwei, drei Getränken ist das ein relevanter Unterschied — genau die Art, die leise darüber entscheidet, ob jemand im Kaloriendefizit ist oder nicht.
Bremsen Zero-Getränke das Abnehmen? Die Mythen
Das Internet ist voll mit selbstsicheren Behauptungen, Light-Getränke würden das Abnehmen heimlich sabotieren. Was davon hält — und was nicht.
- „Sie treiben das Insulin hoch und machen dick." Für die gängigen Süssstoffe lautet die ehrliche Antwort: nicht auf eine Art, die fürs Körperfett zählt. Süssstoffe liefern keine Kalorien, und kleine physiologische Ausschläge führen für sich allein nicht zu Fettzunahme. Über das Abnehmen entscheidet weiterhin deine gesamte Kalorienbilanz.
- „Sie brechen das Fasten." Wenn es beim Fasten um Kalorien geht, ist ein Zero-Getränk (pur, ohne Milch) praktisch kalorienfrei und bricht es in diesem Sinn nicht. Ist dein Fasten ein striktes medizinisches oder religiöses, ist das eine andere Definition — beurteile es nach deinen eigenen Regeln.
- „Light-Cola lässt dich mehr essen." Hier steckt ein Körnchen Wahrheit drin, aber es ist individuell. Bei manchen kann ein süsser Geschmack ohne Kalorien später Appetit oder Gluscht anstossen; bei vielen anderen ist es umgekehrt und hilft, am Plan zu bleiben. Die Studien sind ehrlich gesagt gemischt. Der praktische Schluss ist nicht „meiden" — sondern beobachte, wie du persönlich reagierst.
Klar zusammengefasst: Ein Zero-Getränk verursacht nicht heimlich Fettzunahme. Was es tun kann, ist Appetit und Gewohnheiten beeinflussen — und dieser Effekt läuft je nach Mensch in beide Richtungen.
Was für Zero-Getränke spricht
Für viele, die trainieren, verdienen sich Zero-Getränke ihren Platz:
- Als Zuckerersatz sind sie ein echter Gewinn. Zwei normale Cola pro Tag durch die Zero-Version zu ersetzen, streicht ~70–80 g Zucker und ~300 kcal — ganz ohne Willenskraft. Das ist oft die einfachste Kalorieneinsparung in einer Diät.
- Sie machen ein Defizit lebbarer. Ein süsses, spritziges Getränk für fast keine Kalorien kann genau das sein, was jemanden in einer kalorienärmeren Phase hält, statt sie abzubrechen. Dranbleiben ist es, was eine Diät zum Erfolg macht — siehe unseren Guide zu Ernährung im Muskelaufbau und wann man definiert.
- Sie schlagen die „Belohnung" mit Zucker. Ein Zero-Getränk nach einer harten Einheit ist eine viel günstigere Belohnung als eine zuckrige.
- Manche liefern Koffein ohne Zucker. Ein zuckerfreier Energydrink oder eine Cola Zero bringt Koffein fürs Training ohne die Zuckerladung (dazu unten mehr).
Nichts davon macht sie gesund, wie es Wasser oder Tee sind. Es macht sie zu einem nützlichen Downgrade vom Zucker — und in einer Diät ist das wertvoll.
Die Haken, die du kennen solltest
Genauso ehrlich: Zero-Getränke sind nicht frei von Nachteilen.
- Gluscht und die Süss-Gewohnheit. Alles intensiv süss zu halten — auch kalorienfrei — kann die Vorliebe für Süsses hochgedreht lassen. Bei manchen macht das normales Essen weniger befriedigend. Wenn du das bei dir merkst, hilft es, die Süsse mit der Zeit herunterzufahren.
- Zahnabrieb. Die meisten Colas und viele Zero-Getränke sind sauer, und die Säure greift den Zahnschmelz an — unabhängig vom Zucker. Den ganzen Tag daran zu nippen ist schlimmer, als eines zum Essen zu trinken. Ein echter, unterschätzter Nachteil.
- Magen-Verträglichkeit. Manche Süssstoffe und Zuckeralkohole können bei Empfindlichen Blähungen oder weichen Stuhl auslösen, vor allem in Menge. Wenn dein Magen protestiert, ist das deine Antwort.
- Keine Hydrations-Helden. Sie versorgen dich mit Flüssigkeit — aber das tut Wasser auch, ohne Säure, Koffein und Gewohnheitsschleife. Für die tägliche Flüssigkeit sind Wasser und ungesüsster Tee schlicht besser.
- Die Gewohnheit summiert sich. Vier oder fünf am Tag sind viel Säure, Koffein und künstliche Süsse, die durch deinen Tag laufen — auch bei null Kalorien. „Null Kalorien" heisst nicht „unbegrenzt".
Sind die Süssstoffe sicher?
Hier wird das Internet am lautesten — also sagen wir es klar und mit Augenmass.
Die gängigen Süssstoffe — Aspartam, Sucralose, Acesulfam-K, Stevia — gehören zu den am besten untersuchten Lebensmittelzutaten überhaupt, und die Lebensmittelbehörden (auch in der EU/Schweiz) halten sie innerhalb der erlaubten Tagesmengen für sicher — und diese liegen weit über dem, was normales Trinken erreicht. 2023 stufte die Krebsagentur der WHO Aspartam als „möglicherweise krebserregend" (Gruppe 2B) ein — die gleiche grobe Kategorie wie eingelegtes Gemüse und Aloe vera — während das Mengen-Komitee der WHO die erlaubte Tagesmenge unverändert liess und anmerkte, dass man viele Dosen am Tag trinken müsste, jeden Tag, um in ihre Nähe zu kommen.
Ehrlich gelesen: Für normalen Konsum — ein paar Getränke am Tag — sind die Süssstoffe nichts, wovor ein gesunder Erwachsener Angst haben muss. Getrennt davon hat die WHO empfohlen, Süssstoffe nicht als langfristiges Mittel zur Gewichtskontrolle zu nutzen — was genau zum Thema dieses Artikels passt: nutze sie, um Zucker zu ersetzen, nicht als Gesundheitsgetränk, um das herum du eine Diät baust.
Wenn du schwanger bist, eine bestimmte Erkrankung hast (z. B. PKU, das auf Aspartam-Produkten gekennzeichnet ist) oder sie einfach meiden möchtest, ist das eine völlig vernünftige Wahl — greif zu Wasser, Mineralwasser oder ungesüsstem Tee.
Speziell: Energy-„Zero"-Drinks
Zuckerfreie Energydrinks (Red Bull Sugarfree, Monster Zero und Co.) sind eigentlich zwei Dinge in einem: ein zuckerfreier Softdrink und eine Koffeindosis. Als Pre-Workout ist das Koffein der nützliche Teil — grob 80 mg in einer 250-ml-Dose, ähnlich einem starken Espresso; grössere Dosen stapeln mehr.
Behandle sie als Koffeinquelle, nicht als Softdrink zum Nippen den ganzen Tag:
- Timing statt Dauernippen. Koffein ~30–60 Minuten vor dem Training ist dort, wo es der Leistung hilft.
- Achte auf die Tagessumme. Kaffee, Tee, Cola und Pre-Workout summieren sich; die meisten gesunden Erwachsenen vertragen bis ~400 mg pro Tag gut — aber Koffein am späten Tag zerlegt den Schlaf, und Schlaf treibt deine Erholung.
- Zuckerfrei heisst nicht wirkungsfrei. Koffein, Säure und Süsse sind alle weiterhin da. „Zuckerfrei" nimmt nur den Zucker weg.
Ein kurzer Blick ins Schweizer Regal
Die ganze Zero-Palette findest du in Migros, Coop, Denner und bei den Discountern. Das Muster ist konsistent, also kannst du nach Kategorie urteilen, statt Labels auswendig zu lernen:
| Typ | Beispiele | Ehrlich eingeordnet |
|---|---|---|
| Zero-Colas | Coca-Cola Zero, Pepsi Max | ~0 Zucker, ~0 kcal, enthält Koffein + Säure. Ein solider Ersatz für normale Cola. |
| Zero-Klassiker | Rivella Zero, zuckerfreie Limonaden | ~0 Zucker, ~0 kcal. Gleiche Logik — ein gutes Downgrade von der gezuckerten Version. |
| Zero-Eistees | Zuckerfreier Eistee (Migros/Coop Eigenmarken, Marken) | Aufs Label achten — „weniger Zucker" ist nicht „zero". Prüfen, ob wirklich nahe null. |
| Zuckerfreie Energy | Red Bull Sugarfree, Monster Zero | Eine Koffeindosis in Softdrink-Form. Ums Training timen, Tages-Koffein im Blick behalten. |
| Mineralwasser | Pur oder aromatisiert (ungesüsst) | Die wirklich „freie" Option — kein Zucker, kein Süssstoff, kein Koffein, keine Säurelast. |
Zwei Label-Fallen: „ohne Zuckerzusatz" ist nicht „zuckerfrei" (ein fruchtbasiertes Getränk bringt seinen eigenen Zucker mit), und „light" oder „weniger Zucker" ist auch nicht „zero". Wenn dir die Zahl wichtig ist, lies den Wert pro 100 ml, nicht die Vorderseite der Dose.
Eine einfache Regel für Zero-Getränke
Du musst es nicht überdenken:
- Wasser und ungesüsster Tee sind deine Basis — der grösste Teil deiner Flüssigkeit, an den meisten Tagen.
- Nutze ein Zero-Getränk, um ein zuckriges zu ersetzen, nicht obendrauf. Genau da hilft es wirklich.
- Bleib bei ein, zwei am Tag, statt einer Dauer-Nipp-Gewohnheit — für deine Zähne, dein Tages-Koffein und deine Süsslust.
- Beobachte deine eigene Reaktion. Wenn ein Zero-Getränk dich mehr auf Süsses gluschtig macht, ist das nützliche Info; hält es dich am Plan, nutze es weiter.
- Rund ums Training beurteile Energydrinks nach ihrem Koffein — und time es; behandle sie nicht als Hydration.
Fazit
Zero-Getränke sind nicht der Bösewicht, zu dem manche sie machen — und auch kein Gesundheitsdrink. Für jemanden, der trainiert und aufs Gewicht schaut, sind sie ein wirklich nützlicher Ersatz für Zucker: Sie sparen echte Kalorien, machen ein Defizit leichter durchhaltbar, und — in normalen Mengen — sind die Süssstoffe nichts zum Fürchten. Die Haken sind real, aber händelbar: Säure an den Zähnen, ein möglicher Schub für die Süsslust und die Versuchung, „null Kalorien" mit „unbegrenzt" zu verwechseln.
Halte Wasser als Basis, nutze Zero-Getränke, um vom Zucker herunterzukommen, statt obendrauf zu packen — dann hast du den Nutzen ohne viel vom Nachteil.
Nutze Zero-Getränke, um zuckrige zu ersetzen, nicht um deinen Tag zu ergänzen. Als Ersatz helfen sie; als Dauergewohnheit neben dem Wasser bringen sie vor allem Säure, Koffein und Süsse für wenig Gewinn.
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Zuletzt aktualisiert: Juli 2026. Dieser Artikel ist allgemeine Ernährungs- und Trainingsinformation, keine medizinische Beratung. Sicherheitsbewertungen und erlaubte Tagesmengen für Süssstoffe werden von Lebensmittelbehörden festgelegt und können mit der Zeit überprüft werden; Rezepturen, Koffeingehalt und Verfügbarkeit variieren je nach Marke und können sich ändern — prüf im Zweifel das aktuelle Label. Wenn du schwanger bist, eine Erkrankung hast oder empfindlich auf Koffein oder Süssstoffe reagierst, hol dir eine auf dich zugeschnittene Beratung.